Barocke Synagoge Halberstadt

Im Jahr 1712 wurde die prächtige Halberstädter Barocksynagoge eingeweiht. Der Hofjude Berend Lehmann (1661 – 1730) hatte sie erbaut. Verborgen hinter den Häusern der Baken- und der Judenstraße überragte die Kuppel der Synagoge zur Ehre Gottes die sie umschließenden Gebäude um das Doppelte.

Das Synagogengebäude war im deutschen Raum das erste mit einem architektonischen Konzept. Bis dahin waren Gebetsräume in Profanbauten untergebracht. Bemerkenswert ist, dass die zweigeschossige Frauenempore in den Synagogenraum integriert war.

Ende des 19. Jahrhunderts ließ die Halberstädter Unternehmerfamilie Hirsch die Synagoge modernisieren, und der Barockbau wurde um eine Eingangshalle erweitert. Deren zentraler Ort war ein mächtiges Kupferbecken zur rituellen Handwaschung.

In der Pogromnacht vom 9. November wurde die Synagoge geplündert, und alle Torarollen wurden auf der Straße verbrannt. Am 18. November 1938 verfügte die Baupolizei der Stadt Halberstadt den Abriss der Synagoge, der am folgenden Tag begann. Finanzieren musste den Abriss die jüdische Gemeinde Halberstadt. Die Mauer, die im Frühjahr 1939 stehen blieb, war die Außenwand der Eingangshalle gewesen. Von der Barocksynagoge blieben nur Fundamente und Fußboden.

Von dem reichen Interieur der Synagoge ist kein einziges Objekt erhalten.

 

Plünderung und Zerstörung 1938/39.