Die Mikwe

Früher gehörte zu jeder jüdischen Gemeinde ein rituelles Tauchbad. Wörtlich übersetzt bedeutet Mikwe Wasseransammlung. Die Mikwe dient nicht der Hygiene, mit dem Untertauchen im Tauchbad soll nicht Sauberkeit, sondern die rituelle, eigentlich kultische Reinheit hergestellt werden.

Das Wasser einer Mikwe muss lebendiges Wasser sein. Daher wurden vielerorts sogenannte Grundwassermikwaot gebaut, die meist unter der Erde auf der Höhe des lokalen Grundwasserspiegels lagen. Heute wird oft auch Regenwasser verwendet.

Das Mikwenhaus

Kern des Berend Lehmann Museums ist die in wesentlichen Teilen erhaltene Mikwe (Ritualbad) der ehemaligen jüdischen Gemeinde Halberstadt. Das bis ca. 1938 genutzte und 1954 teilzerstörte Ritualbad befindet sich im Keller eines der im 16. Jahrhundert erbauten Reihenfachwerkhäuser in der Judenstraße, in der Nr. 26. Eine im Haus befindliche Kellermikwe wurde 1891 großzügig ausgestaltet. Es wurden unter anderem Gewölbe eingebaut, die bis weit ins Erdgeschoss ragten, um die Kellerräume in der Höhe zu erweitern. Das rituelle Tauchbad und der Rest der Raumausstattung sind erhalten, und die architektonischen Strukturen des Mikwenraumes wiederhergestellt.

Hier wird die zentrale Funktion der Mikwe im religiösen Leben aufgezeigt.Verborgen und umschlossen von dieser Häuserreihe und den Häusern der Bakenstraße stand im jüdischen Viertel unterhalb des Domplatzes die barocke Gemeindesynagoge. Die Mikwe gehört neben Synagoge und Friedhof zu den unabdingbaren Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde. In der Regel befindet sich die Mikwe im Umfeld einer Synagoge, so wie es auch in Halberstadt der Fall war.

Die Mikwe gehört neben Synagoge und Friedhof zu den unabdingbaren Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde. In der Regel befindet sich die Mikwe im Umfeld einer Synagoge, so wie es auch in Halberstadt der Fall war.

Einblicke