Pädagogische Angebote

Führung auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge der Halberstädter Jüdischen Gemeinde.

Lernen am authentischen Ort

Gang durch das jüdische Halberstadt

In Halberstadt erlaubt noch heute die Stadttopografie, die Geschichte der Juden als einer religiösen Minderheit beispielhaft für den deutschsprachigen Raum dazustellen. Der „Gang durch das jüdische Halberstadt“ ermöglicht, die historischen Bedingungen aufzuzeigen, in denen Juden lebten, Juden als aktive Bürger der Stadt zu verstehen und die interne religiöse Entwicklung der jüdischen Gemeinde Halberstadt zu vermitteln. Der Gang beginnt mit der Klaussynagoge im ehemaligen jüdischen Viertel unterhalb des Petershofes, dem vormaligen Bischofspalast und späteren Sitz der preußischen Regierung. Die Route führt über die Peterstreppe, den Domplatz, die beiden ältesten jüdischen Friedhöfe, dann zurück in die Unterstadt und endet mit dem Besuch des Kunstprojektes „Und der Lebende nehme sich das zu Herzen…“ am Ort der zerstörten Barocksynagoge und dem Berend Lehmann Museum im Mikwenhaus.

Der „Gang durch das jüdische Halberstadt“ findet von März bis Oktober an jedem dritten Sonntag des Monats statt.
Beginn: 11.30 Uhr an der Klaussynagoge, Rosenwinkel 18.

Friedhofsführungen

Führungen auf den drei Friedhöfen Halberstadts finden nach Vereinbarung statt.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Dialogführungen

orientieren sich an den Erwartungen und Interessen der jeweiligen BesucherInnen. Auf Wunsch werden einzelne Themenbereiche der Dauerausstellung in den Mittelpunkt gestellt. Eine entsprechende Führung durch die aktuelle Sonderausstellung ist ebenfalls möglich.

Vermittlung für Schulen

Wollen Sie uns mit einer Schulklasse besuchen? Wir bieten Lernbausteine für alle Altersstufen. Lassen Sie sich überraschen und wählen Sie aus dem Angebot für die verschiedenen Altersgruppen. Zudem existieren Angebote zur jeweils aktuellen Sonderausstellung. Projekttage können mit der Moses Mendelssohn Akademie geplant und durchgeführt werden. Es stehen Seminarräume, Technik, Bibliothek und Medien zur Verfügung.

Das hauseigene MuseumsKaffee Hirsch übernimmt gern die Verpflegung von Gruppen. Langfristig angelegte Projekte berät und begleitet die Moses Mendelssohn Akademie.

Angebote

Permanente Angebote:

„Gang durch das jüdische Halberstadt“ – das Angebot wird individuell auf die Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Gruppen zugeschnitten.
Dauer: 2,5 Std. | 5 € p. P. für Kinder und Jugendliche

Halacha – das jüdische Religionsgesetz

„Koscher" - was heißt das? Warum werden Juden beschnitten? Darf ein Jude am Schabbat telefonieren? Warum gelten Regeln, die vor 3000 Jahren niedergeschrieben wurden? Antworten auf diese Fragen werden an zentralen Themen veranschaulicht: Die Speisegesetze, genannt Kaschrut, unterscheiden zwischen erlaubten und verbotenen Lebensmitteln. Der Schabbat ist der höchste jüdische Feiertag, an dem fromme Juden nicht arbeiten dürfen.
Dauer: 90 min | 2 € p.P.

Speisegebote

Zur Vertiefung des Verständnisses der Speisegebote wird ein Frühstück angeboten, das den Vorschriften des jüdischen Religionsgesetzes folgend "parve", d.h. neutral ist. Die Herstellung einer koscheren Mahlzeit ist nicht möglich. Die Zutaten werden gestellt. Getränke bitte mitbringen.
Dauer: 45 Min. | Gruppengröße: max. 20 | 7 € p.P.

Moses Mendelssohn und die Haskala

Jeder Mensch sei in erster Linie Bürger des Staates, in dem er lebe. Die Religion hingegen sei Privatsache. Diesen heute selbstverständlich anmutenden Gedanken formulierte der Philosoph Moses Mendelssohn (1729-1786). Seine Ideen der jüdischen Aufklärung, der Haskala, veränderte das Leben der Juden in Deutschland grundlegend.

Die Person Moses Mendelssohn, der mit 14 Jahren seinem Lehrer von Dessau in die preußische Residenzstadt Berlin folgte, erlaubt SchülerInnen die neuen Strömungen im 18. Jahrhundert und deren Tragweite zu erkennen. Moses Mendelssohn prägte die Kultur seiner Zeit, indem er sich gegenüber den Juden für das Erlernen der deutschen Sprache einsetzte. Seinen Vorstellungen zufolge ist ein Leben nach den jüdischen Religionsgesetzen durchaus vereinbar mit der Kultur und den Konventionen der Umgebungsgesellschaft. Die Bestrebungen Moses Mendelssohns hin zu einer Öffnung der Lebenswelt der Juden des 18. Jahrhunderts finden ihren lebendigen Ausdruck in seiner Freundschaft mit Gotthold Ephraim Lessing.
Dauer: 1,5 Std. | 2 € (inkl. Arbeitspapiere) p.P.

Individuelle Angebote:

Begegnungen mit Zeitzeugen
Die Moses Mendelssohn Akademie steht in Kontakt mit ehemaligen jüdischen Halberstädtern. Viele von ihnen sind bereit, mit Kindern und Jugendlichen ein Gespräch über ihre Lebensgeschichte und ihre Erfahrungen zu führen. Die Termine orientieren sich an den Besuchsterminen der Ehemaligen. Interessierte Schulen können ihr grundsätzliches Interesse anmelden und Termine werden den Möglichkeiten entsprechend vereinbart.

Purim

Jedes Jahr bereitet eine Schulklasse oder Gruppe ein Purimspiel vor und führt es in der Klaussynagoge auf. Die Gestaltung der Aufführung orientiert sich an den Fähigkeiten und Interessen der jeweiligen Gruppen. Purim wird am 14./15. Adar (etwa im März) gefeiert. Das Freudenfest erinnert an die Errettung der persischen Juden vor dem Anschlag Hamans, eines Günstlings der Perserkönigs Ahasverus (wahrscheinlich Xerxes I.). Die Jüdin Esther, eine Lieblingsfrau des persischen Herrschers, konnte diesen Plan jedoch vereiteln und ihr Volk retten. Charakteristisch für das Fest sind das Vorlesen des Buches Esther und der Brauch, dass die Kinder mit Rasseln Lärm veranstalten, wenn der Name des Bösewichts Haman fällt.

Es ist üblich sich zu kostümieren und die Geschichte wird durch Kinder in einem Purimspiel aufgeführt.
Interessierte Schulen bzw. Einrichtungen erhalten nähere Informationen bei der Moses Mendelssohn Akademie. Die Finanzierung des Projektes erfolgt über Drittmittel, es entstehen für die teilnehmenden Schulen bzw. Einrichtungen keine Kosten.

Stellen Sie Ihre Anfrage bitte über unser Kontaktformular.