Familie Knopf

Familie Knopf

Mendel Knopf, geb. 13. Juli 1897 in Warta/Polen kam Anfang der zwanziger Jahre mit seiner Frau Fradel, geb. Friede, geb. 29. Juli 1900 in Turek/Polen, nach Halberstadt. Hier fanden sie in der jüdischen Gemeinde ein Umfeld, in dem sie ohne Probleme nach dem jüdischen Religionsgesetz leben konnten. Knopfs waren gesetzestreue Juden. Sie führten einen Tabakgroßhandel erst in der Nähe des Fischmarktes und dann in der Voigtei 36, wo sie auch wohnten. Mendel und Fradel Knopf hatten fünf Kinder: Erna, geb. 1. April 1925 verh. Scott; Max 18. April 1926 – 10. Januar 2002; Lasar 6. Oktober 1927 – 14. April 1984; Salli 18. Dezember 1928 – 18. Mai 1972 und Hans, geb. 24. Mai 1931.
Knopfs bereiteten die Emigration nach England vor, wo schon Verwandte lebten. Nach der s.g. Reichskristallnacht vom 9. November 1938 entschieden sich Mendel und Fradel Knopf, die Kinder mit einem Kindertransport nach England zu schicken, damit sie auf jeden Fall in Sicherheit seien. Am 20. März 1939 verließen alle Knopf-Kinder Halberstadt. Wenige Wochen später konnten die Eltern ebenfalls nach England emigrieren. Aber da die englische Gesetzgebung für die Kindertransporte die Einreise nach England ausdrücklich auf die Kinder beschränkte, durfte die Familie Knopf bis zum Kriegsende nicht zusammen leben. Die Kinder mussten in dieser Zeit bei den Pflegeeltern bleiben.