Izchak Feuerring

Izchak Feuerring

Isaak Feuerring kam am 26. Dezember 1889 in Zborow, Galizien, als jüngstes Kind von R. Leibusch Feuerring, einem Kaufmann, und seiner Frau Amalie, der Tochter des R. Schlomo Kohen, zur Welt. Den Weg nach Halberstadt fand Isaak Feuerring über seinen Großvater müttlicherseits. R. Schlomo Kohen wurde 1883 zum zweiten Rabbiner der Klaussynagoge in Halberstadt gewählt. Nach einigen Jahren in Halberstadt ließ er seine Enkelkinder nachkommen, um sich um ihre Erziehung zu kümmern  und ihnen eine universitäre Ausbildung zu ermöglichen. So verließ Isaak Feuerring im Alter von zehn Jahren Zborow. Während seine Brüder Universitäten besuchten, trat Isaak, nachdem er die Schule in Halberstadt beendet hatte, eine Ausbildung in der Firma Aaron Hirsch & Sohn an. Seine Karriere im Handelshaus verlief steil und innerhalb weniger Jahre hielt er eine der leitenden Posten inne. In Schweden erschloss er dem Unternehmen einen neuen Geschäftszweig, den Handel mit Eisenerz und seinen Nebenprodukten. Im Auftrag des Handelshauses Hirsch erfolgte 1917 die Gründung der Skandinaviska Malm Och Metall A.B. Stockholm. Feuerring machte sich später selbstständig und wurde Inhaber dieser Firma. In Verbindung mit seinen Erzgruben in Schweden wurde er schwedischer Staatsbürger. Darüber hinaus erwarb er in Norwegen Schwefelkiesgruben und besaß in Berlin das Unternehmen Ferro Metall and Chemical Corporation.
Im Jahr 1922 heiratete Feuerring Gertrud Falck aus Hamburg. Das Paar zog nach Berlin und bekam zwei Kinder, Ralph und Joseph.
Feuerring schloss sich in Halberstadt der zionistischen Ortsgruppe an  und engagierte sich hinsichtlich ihrer Organisation und ihrer inhaltlichen Arbeit. Im Jahr 1913 wurde er zum XI. Zionistenkongress nach Wien entsandt. Bereits 1911 hatte Feuerring den X. Zionistenkongress in Basel besucht und dort die Vorstandsmitglieder des Berliner Herzl-Clubs, Alfred Frank und Josef Rosenblüth, getroffen. Die Herzl-Clubs verstanden sich als Korporationen, welche die Idee des Zionismus unter der kaufmännischen Jugend propagierten und der zionistischen Bewegung eine möglichst große Anzahl von Anhängern aus der kaufmännischen Jugend zur Verfügung stellen wollten. Der Herzl-Club Halberstadt wurde 1912 auf Initiative Feuerrings gegründet und gehörte neben den Herzl-Clubs Berlin und Hamburg zu den Ur-Herzl-Clubs, die sich im Dezember 1912 zum Herzl-Bund in Halberstadt zusammenschlossen. Dieser fungierte als Dachorganisation für die bestehenden und neu zu gründenden Herzl-Clubs. Feuerring versuchte, seine kaufmännischen Erfolge und Fertigkeiten dem Zionismus und dem Land Palästina dienstbar zu machen. In diesem Zusammenhang stand sein Konzept einer „Idealisierung des Berufs“, welches er auch im Rahmen des Herzl-Bundes verbreitete. Sein zionistisches Engagement blieb nicht auf regionale Ebene beschränkt. Auf den späteren Zionistenkongressen ist er Delegierter des Landesverbandes Deutschland und im Rahmen der Finanzkommission tätig. Feuerring gehörte außerdem dem Finanzausschuss und dem Geschäftsführenden Ausschuss der Zionistischen Vereinigung für Deutschland an. Auch in Skandinavien war Feuerring aktiv. So half er in Stockholm und Kristiana (Oslo) beim Aufbau zionistischer Ortsgruppen. Auf dem XII. Zionistenkongress 1921 war Feuerring Delegierter des Landesverbandes Schweden. Außerdem gehörte er dem Direktorium der Palestine Land Development Company, einem 1908 gegründeten Organ der Zionistischen Organisation zum Landerwerb in Palästina, an. Feuerring selbst erwarb 1920 ein Baugrundstück auf dem Carmel in Palästina.
Gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern wanderte Isaak Feuerring 1934 über Paris nach Palästina aus. Noch im gleichen Jahr gründete er die General Commercial Banking Corporation, die nach seinem Tod mit der Feuchtwanger Bank fusionierte. Um die Firma in Schweden kümmerte sich Feuerring weiterhin von Palästina aus, wobei die Familie auch in Frankreich einen Wohnsitz bis zum Tode Isaak Feuerrings hatte. Nach schwerer Krankheit stirbt Feuerring 1937 in Palästina. Seine Frau verwaltete seinen Nachlass und gründete 1939 den Moschav Beit Yitzhak, nahe Netanya, für deutsche Juden aus dem Mittelstand. Gertrud Feuerring siedelte 1939 gemeinsam mit den Kindern über Schweden und Kanada in die USA über. Dort gründet sie ein Metallunternehmen, welches später ihr Sohn, Ralph Feuerring, leitete.


Literatur zu Isaak Feuerring:
Isaak Feuerring, 26. Dezember 1889–26. Dezember 1937 (Tel Aviv: Haaretz-Press, 1938).
Herzl-Bund Blätter, hg. vom Präsidium des Herzl-Bundes
Goldstein, Walter, Chronik des Herzl-Bundes 1912-1962. Die Geschichte einer Zions-Sehnsucht, hg. vom Präsidium des Herzl-Bundes (Tel Aviv: Haaretz Press, 1962).