News & Infos / Details

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Studienreise der MMA

Die alljährliche Studienreise der vor allem ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Moses Mendelssohn Akademie führte in diesem Jahr nach Hornburg und Braunschweig. Dass in Halberstadt eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Deutschland lebte, ist allgemein bekannt. Wie weit die Strahlkraft der jüdischen Gemeinde in Halberstadt nach Niedersachsen reichte, konnten die Mitarbeiter der Moses Mendelssohn Akademie (MMA) auf dieser Fahrt nachvollziehen. Aktueller Anlass waren das in diesem Jahr begonnene Forschungsprojekt „Hornburg - 250 Jahre Synagoge und ihre jüdische Gemeinde“ sowie das ebenfalls 2016 gegründete Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte, in das die Moses Mendelssohn Akademie als Partner eingebunden ist. Wissenschaftlich betreut werden beide Projekte von der Bet-tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig. Zunächst gingen die Reisenden von der MMA auf Spurensuche nach  jüdischen Leben in der Partnerstadt von Osterwieck/Hornburg?. Die ebenfalls ehrenamtliche Stadtarchivarin Dr. Sybille Heyse zeichnete im Rahmen eines Stadtrundgangs ein lebendiges Bild einer jüdischen Landgemeinde im Kontext der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der durch den Anbau und Vertrieb von Hopfen wohlhabend gewordenen Kleinstadt nach, die erst 1941 braunschweigisch wurde. Eine Gemeinde, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts, also weit vor Machtergreifung der Nationalsozialisten, zu existieren aufhörte, da nicht mehr die für die Ausübung des Gottesdienstes notwendigen 10 jüdischen Männer (Minjan) in der Stadt lebten. Heute noch zu sehen ist, ist das Renaissance-Wohnhaus Nr. 20 am Damm, das von 1763 bis 1810 Schulhaus der ehemaligen jüdischen Gemeinde war, und auf dessen Hinterhof die barocke Synagoge stand. Diese wurde 1766 geweiht. Die Hornburger Synagoge galt immer als die „kleine Schwester“ der Halberstädter von Berend Lehmann errichteten Synagoge wegen der bis ins Detail als schlichter gehaltenen Verkleinerung des Gebäudes. 1924 wurde das seit 1882 nicht mehr für Gottesdienste genutzte baufällige Gebäude abgetragen. Erinnerung an die jüdischen Einwohner von Hornburg hingegen bewahrt der jüdische Friedhof an der Peripherie des Ortes. Der Friedhof wurde von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Jahr 1923 belegt. Die erste dokumentierte Beisetzung fand 1701 statt. Derzeit sind hier Dan Bondy, Fellow der Moses Mendelssohn Akademie, und Professor Dr. Berndt Schaller von der Theologischen Fakultät, Abt. Judaistik der Georg-August-Universität Göttingen tätig, um die Inschriften der hier liegenden - im Gegensatz zu den gewöhnlich stehenden jüdischen Grabsteinen - zu entziffern. Keine sehr einfache Aufgabe, so die Wissenschaftler, da neben der Verwitterung der Inschriften auch der Moosbefall der Grabsteine Probleme schaffe. Von den insgesamt dort befindlichen 86 Steinen können noch 73 zugeordnet werden, wobei die meisten Bestattungen im 18. Jahrhundert stattfanden. Wenngleich das jüdische Leben personell mit dem Tod von Amalie Schwabe Mitte der 1920er Jahre in Hornburg erlosch, wurde es bewahrt für die nachfolgenden Generationen im heutigen Jüdischen Museum in Braunschweig, dem nächsten Ziel der Studienfahrt. Im Braunschweigisches Landesmuseum - Hinter St. Aegidien machte zunächst der Historiker Dr. Hans-Jürgen Derda die Mitarbeiter der Moses Mendelsohn Akademie ebenso detail- wie facettenreich zur Geschichte des ehemaligen Benediktinerklosters und über die Projekte des Museums mit Blick auf das Jahr 2017  500 Jahre Reformation - bekannt. Dr. Katrin Kessler von der AG Bet Tfila an der TU Braunschweig lenkte anschließend die Aufmerksamkeit einerseits zurück auf die Hornburger Synagoge und berichtete andererseits über Leben und Wirken von Israel Jacobson. Hier im Jüdischen Museum des Braunschweigischen Landesmuseums in den historischen Gebäuden Hinter St. Aegidien wird seit 1987 die komplette Inneneinrichtung der Hornburger Synagoge gezeigt. Diese wurde Anfang der 1920er Jahre in einer gemeinsamen Rettungsaktion von der jüdischen Gemeinde in Braunschweig, dem Vaterländischen Museum Braunschweig unter Kustos Karl Steinacker mit Unterstützung des Rechtsanwalts Oskar Ballin in das damalige Vaterländische Museum Braunschweig überführt. Somit ist sie in Norddeutschland die einzig heute noch erhaltene Synagogenausstattung des 18. Jahrhunderts. Bekannt mit dem synagogalen Leben in Halberstadt führten die Gäste einen bereichernden Dialog mit der Wissenschaftlerin. Abgerundet wurde der Gedankenaustausch durch ein Gespräch über den aus Halberstadt stammenden Israel Jacobson (1768-1828), der als Hoffaktor im Herzogtum Braunschweig tätig war. Jacobson gilt als der Begründer des Reformjudentums. Mit der Gründung der Jacobson-Schule in Seesen, die sich vor allem der handwerklichen Ausbildung von jüdischen Knaben widmete, leistete Jacobsohn einen unschätzbaren Anteil zur Verbesserung der Lebenssituation der Juden seiner Zeit. Mit dieser Einschätzung schloss Dr. Kessler den Kreis zur Moses Mendelssohn Akademie.

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News & Infos / Archiv

Wenn das Leben dir Zitronen schenkt

Ein Fund in Israels Nationalbibliothek gewährt einen Einblick in Halberstädter Geschichte. Genauer gesagt, ins Leben der jüdischen Gemeinde. Es geht um Zitronen.

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Geschlossen am 19.09.2018 - Yom Kippur

Aufgrund des Feiertags Yom Kippur haben folgende Einrichtung am 19.09.2018 geschlossen:
- Klaussynagoge, Rosenwinkel 18;
- Berend Lehmann Museum, Judenstr. 25/26;
- Restaurant | Café Hirsch, Bakenstr. 57.

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Universita Sefaradi De Enverano

24. – 31. August 2018

 

Das „Jüdische Lehrhaus“mit Teilnehmenden aus Bulgarien, Deutschland, Israel, Mazedonien, Serbien, Spanien und den USA findet in Halberstadt zum vierten Mal statt.

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Wertvoller Neuzugang für Sammlung zur jüdischen Geschichte und Kultur

Die Sammlungen zur jüdischen Geschichte und Kultur des Berend Lehmann Museums wurden jetzt durch einen wertvollen Neuzugang bereichert.

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Wiederherstellung der historischen Lampen auf gutem Weg

Während die Grundstruktur für die Wiederherstellung des Durchgangs zur Synagoge, wie Tor, Fußboden und Wände, bereits geschaffen ist, wird derzeit intensiv an der originalgetreuen Wiederherstellung der vier Lampen zur Beleuchtung des Tordurchganges als eines der letzten Details gearbeitet. Die Synagoge wurde nach der Progromnacht vom November 1938 abgetragen.

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Studienreise der MMA

Die alljährliche Studienreise der vor allem ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Moses Mendelssohn Akademie führte in diesem Jahr nach Hornburg und Braunschweig. Dass in Halberstadt eine der bedeutendsten jüdischen...

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Feiertagsöffnungs- bzw. Schließzeiten

Museum

Geschlossen: 22. - 26. 12. 2015 und 31.12.2015/01.01.2016 sowie regulär montags

Verwaltung MMA

Geschlossen: 24.12.2015 - 03.01.2016

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Workshop - Geschichte der Juden auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt

Zu einem Workshop zum Thema “Geschichte der Juden auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt” hatte die Moses-Mendelssohn-Akademie am Wochenende eingeladen. Lokalhistoriker aus Aschersleben, Braunschweig, Bernburg, Eisleben, Halle, Oschersleben, Schönebeck und Halberstadt waren der Einladung von Jutta Dick, der Direktorin der Einrichtung, gefolgt.

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