Bildungsreise Jüdisches Sachsen-Anhalt

 

Jüdische Kultur und Geschichte beeinflussten das Land Sachsen-Anhalt auf beeindruckende Weise. Unsere Geschichte und Sprache sind ohne die jüdische Tradition nicht denkbar. Neues jüdisches Leben ist in vielen Facetten wieder präsent. Die geplante Studienreise soll Möglichkeiten des Kennenlernens eines reichen Schatzes gelebten Judentums in der Geschichte und Gegenwart in Sachsen-Anhalt (Gespräche mit Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Halle, Besuch des Berend Lehmann Museums sowie des Cafés Hirsch etc.) aufzeigen. Zugleich werden außerschulische Lernorte (u.a. Besuch der Synagoge in Halberstadt, Gröbzig) vorgestellt sowie Möglichkeiten des Integrierens jüdischer Kunst und Kultur (Vorträge zu jüdischen Architektinnen und Architekten am Bauhaus sowie zu Kurt Weill) für den Unterricht thematisiert. Die Studienreise wird in Zusammenarbeit mit der Moses Mendelssohn Akademie sowie der Landeszentrale für politische Bildung organisiert. Ein aktueller Ablaufplan erfolgt vor Beginn der Studienfahrt.

Datum: 02.12.-04.12.2021 (Donnertag - Samstag)
Treffpunkt: Berend Lehmann Museum in der Klaussynagoge (Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt)
Die Fortbildungsreise wird in elTIS unter der Nummer 21L213004 geführt.
Diese Bildungsreise ist einer durch LISA anerkannte Fortbildung.
Eigenbetrag: 130 EUR pro Person
Ansprechpartnerin und Anmeldung: Aletta Jaeckel | jaeckel@mma-hbs.de

Walter Kaufmann - Welch ein Leben!

 

Sondervorführung in Halberstadt im Kino Zuckerfabrik Kinopark am Donnerstag 18.11.21 um 18.30 Uhr

Schillernder als jedes Drehbuch ist das Leben von Walter Kaufmann. Im Leben des am 15.04.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken. Walter Kaufmann blieb bis zu seinem Tod unermüdlich kämpferisch. Er setzt mit seinem Leben ein nachwirkendes Zeichen gegen jede Form von Rechtsruck und Antisemitismus, die wieder bedrohliche Ausmaße in unserem Land angenommen haben. Der Film ist ein Appell an uns Lebende, die elementaren Menschenrechte und demokratischen Errungenschaften entschlossen zu verteidigen.

Der Film folgt den wesentlichen Lebenslinien und weltweiten Erfahrungen des Protagonisten. Walter Kaufmann erlebte als Jude persönlich die katastrophalen Folgen des Nationalsozialismus. Als Schriftsteller und Korrespondent nahm er regen Anteil an der Bürgerrechtsbewegung in den USA, am Prozeß gegen Angela Davis, an der Revolution in Kuba, den Auswirkungen der Atombombenabwürfe in Japan, der unendlichen Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes, der Entwicklung und dem Zusammenbruch der DDR. Der Film bietet jüngeren und älteren Zuschauern eine letzte Gelegenheit, die Welt aus der Perspektive dieses einzigartigen Zeitzeugen vermittelt zu bekommen.

1924 kommt er als Sohn namens Jizchak der armen, jungen polnischen Jüdin Rachel Schmeidler in Berlin zur Welt. 3 Jahre später adoptiert ihn ein wohlhabendes Duisburger Ehepaar. Im Gegensatz zu seinen Adoptiveltern Johanna und Sally Kaufmann konnte Walter Kaufmann der Vernichtung durch die Nazis entkommen, rettete sich als Jugendlicher mit einem Kindertransport nach England. Wurde dort interniert und mit dem berüchtigten Schiff „Dunera“ von den Engländern nach Australien verfrachtet, wo er noch fast zwei Jahre in einem Internierungslager verbringen mußte.

Er wurde australischer Soldat, Hochzeitsfotograf, Seemann und später preisgekrönter Schriftsteller. Bewußt entschied er sich Mitte der 50iger Jahre für ein Leben in der DDR. Er behielt seinen australischen Paß, durfte als Journalist und Schriftsteller ausreisen und verarbeitete diese Erfahrungen in zahlreichen Reportagen und Büchern, die in der DDR in extrem hohen Auflagen erschienen. Von 1985 bis 1993 stand er als Generalsekretär dem PEN-Zentrum vor. Hochrangige Auszeichnungen wie der Fontane-Preis, der Heinrich-Mann-Preis sowie der Literaturpreis Ruhr wurden ihm zugesprochen.

Ein wichtiges im Film wiederkehrendes dramaturgisches Element ist die Umsetzung des Briefwechsels von Sally und Johanna Kaufmann mit ihrem Adoptivsohn Walter. Dieser erhaltene bewegende Austausch beginnt mit dem Kindertransport von Walter Kaufmann nach England und endet an dem Tag der Deportation der Eltern nach Theresienstadt.

In Zusammenarbeit mit der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt und den Jüdischen Kulturtagen Sachsen-Anhalt organisiert vom Leopold Zunz e.V. Im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt für Jutta Dick

Ehrennadel für Jutta Dick - Direktorin der Moses Mendelssohn Akademie

 

23.09.2021 - Heute wurde Jutta Dick, Direktorin der Moses Mendelssohn Akademie, von Minister Prof. Armin Willingmann - im Namen des Ministerpräsidenten - mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Ebenfalls anwesend war Prof. Julius Schoeps, Initiator der Moses Mendelssohn Akademie und Vorsitzender des Kuratoriums.

5782 Rosch HaSchana - jüdisches Neujahrsfest

 

06.09.2021 - Heute haben mit Rosch HaSchana, das ist das jüdische Neujahrsfest, die Hohen Feiertage begonnen. Nach dem jüdischen Kalender sind wir nun im Jahr 5782. Wir wünschen ein gutes Jahr, ein süßes Jahr.

Yom Kippur, der Versöhnungstag, ist der höchste jüdische Feiertag. Dieses Jahr fällt Yom Kippur auf den 16. September. Anlässlich des Feiertags sind das Berend Lehmann Museum und das Restaurant | Café Hirsch am 16. September 2021 geschlossen. Wir freuen uns, Sie am 17. September wieder begrüßen zu dürfen.

Führung | Das neue jüdische Viertel von Halberstadt

Neues jüdisches Viertel von Halberstadt
Das neue jüdische Viertel in Halberstadt

 

Ende des 19. Jahrhunderts entstanden südlich des Stadtzentrums neue Wohnviertel mit Stadtvillen und modernen Wohnungen. Viele Halberstädter Juden zogen dorthin. Das alte religiöse Zentrum in der Unterstadt blieb, aber im „neuen“ jüdischen Viertel fanden sich auch private Beträume. Thema des Gangs sind die Familien- und Unternehmensgeschichten sowie herausragende Beispiele von Architektur.

Datum: Sonntag - 12.09.2021
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Treffpunkt: Ecke Klamrothstraße/Bukostraße
Dauer: ca. 1,5 Stunden

Preis: 7,00 € pro Person
Tickets im Vorverkauf in der Klaussynagoge, über eventim.de oder vor Ort.

Führung | Jüdische Friedhöfe in Halberstadt

Grabsteine auf dem ältesten jüdischen Friedhof von Halberstadt

 

Die bedeutende Rolle, die Halberstadt in der Geschichte der Juden in Mitteldeutschland spielte, wird durch die Anwesenheit von drei jüdischen Friedhöfen verdeutlicht.

Der älteste Friedhof "Am Roten Strumpf", wurde Mitte des 17. Jahrhunderts vor den Stadttoren angelegt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in unmittelbarer Nähe ein zweiter, kleinerer Friedhof, "Am Berge", angelegt. Ein dritter Friedhof wurde parallel zum städtischen Friedhof angelegt.

Während des Rundgangs über die ersten beiden Friedhöfe erfahren Sie mehr über die Bestattungsrituale und die Symbole auf den Steinen. Die Führung wird von Michael Studemund-Halévy, einem Experten für jüdische Geschichte in Deutschland, begleitet. Er hat zudem wissenschaftliche Forschungen zur Geschichte der spanischsprachigen sephardischen Juden sowie zur Epigraphik und Ikonographie verrichtet.

Datum: Dienstag - 24.08.2021
Uhrzeit: 14:30 Uhr
Treffpunkt: Klaussynagoge, Rosenwinkel 18
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Preis: 7,00 € pro Person
Tickets in der Klaussynagoge oder online

Wir sind da! - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Vorlesung mit Uwe von Seltmann zum Jubiläumsjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" Im Jahr 321, vor 1700 Jahren, wurden zum ersten Mal Juden auf deutschen Territorien urkundlich erwähnt. Das Buch zum Jubiläumsjahr 2021 zeigt die Vielfältigkeit des gegenwärtigen jüdischen Lebens und erzählt die reichhaltige Geschichte des deutschen Judentums von den Anfängen im Mittelalter über den langen Kampf um Gleichberechtigung und den schwierigen Neuanfang nach der Schoah bis heute. Unter dem Motto "Wir sind da" – entnommen einem Liedtext des jiddischen Dichters Leyb Rozenthal – will es Antworten auf die aktuellen Fragen der jüdischen Community anbieten: Wer sind wir? Woher kommen wir? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Gibt es eine deutsch-jüdische Kultur? Kann es ein "normales jüdisches Leben" in einem Land geben, das sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden auf dem Gewissen hat und bis heute nicht frei von Antisemitismus ist? 

Datum: 13.07.2021 | 19 Uhr
Eintritt: Frei
Anmeldung: lpb@sachsen-anhalt.de

KlangART Vision: Abschlusskonzert mit Uraufführungen zwischen Kunstlied und Chanson

Sopranistin Sarah Maria Sun, Pianistin Akiko Okabe und Geiger Ludwig Faust präsentieren zwei Liderzyklen des Bremer Komponisten Christoph Ogiermann

Kassiber sind kurze Nachrichten, die Gefangene einander schreiben. Der Bremer Komponist Christoph Ogiermann widmet sich in seinem Zyklus fünf solcher Kassibern nach Texten eines jüdischen Dichters. Im Spannungsfeld zwischen europäischem Kunstlied und Chanson will Ogiermann die Texte auch emotional erfahrbar zu machen. Weit davon entfernt eine "Abschwächung" der Texte per Vertonung anzustreben, versuchen diese fünf Lieder einen direkten Zugang zu den Gedichten und der in ihnen geronnenen Erfahrung zu erreichen.

Der zweite Zyklus "...alle meine Geschäfte nackt besorgen" nach Tagebucheinträgen Franz Kafkas vom Juli 1912 für Sopran und einen singenden Geiger hat fragmentarischen Charakter. In 19 sehr unterschiedlichen Stücken werden die Tagebuchtexte noch einmal auf einzelne Wortteile reduziert und in verschiedenster Weise umgesetzt. Die Tagebucheintragungen haben einen direkten Bezug zum Aufführungsort Halberstadt. Kafka nächtigte am 7. Juli 1912 auf der Durchreise in eine Kur in Halberstadt und hielt seine Eindrücke im Tagebuch fest.

Die Uraufführungen werden ergänzt durch vier Lieder des tschechisch-jüdischen Komponisten Gideon Klein, der im Januar 1945 im KZ Fürstengrube unter ungeklärten Umständen ermordet wurde. 

Die Live-Übertragung findet am Sonntag, den 30. Mai 2021 um 11 Uhr statt. Aufgrund der Corona-Pandemie können leider vor Ort keine Gäste an diesem Konzert teilnehmen.

Eröffnung der neuen Daueraustellung des Berend Lehmann Museums am internationalen Museumstag!

Digitale Auftaktveranstaltung des Museumstages am 16.05.2021 in Sachsen-Anhalt

Der 44. Internationale Museumstag steht dieses Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundesratspräsidenten Dr. Reiner Haseloff.

Ort der Auftaktveranstaltung ist das Berend Lehmann Museum. Der Internationale Museumstag ist auch der Tag, an dem nach monatelanger Arbeit die neue Dauerausstellung, nun an zwei Standorten Museum - im Mikwenhaus und in der Klaussynagoge - endlich präsentiert werden kann.

Aufgrund der Corona-Pandemie können Sie leider nicht persönlich anwesend sein. Die Veranstaltung findet digital statt. Wir möchten Sie auf diese Weise daran teilhaben lassen.

 

Urlicht - Konzert zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung

KlangART-Vision präsentiert in den Monaten April und Mai zeitgenössische Musik.

Im Rahmen der Eröffnung der neuen Dauerausstellung des Berend Lehmann Museums können Sie das Konzert Urlicht am 16. Mai 2021 um 11 Uhr online folgen. Dieses Konzert ist eine Kooperation zwischen der Moses Mendelssohn Akademie und dem Nordharzer Städtebund Theater. 

John Edelnand verstorben

 

Heute Morgen (24.04.2021) verstarb im Alter von 96 Jahren John (Salli) Edelnand.

Mit einem Kindertransport nach England 1939 überlebte er als einziges Mitglied seiner Familie. Seine Eltern, Israel und Irene Edelnand, und seine jüngere Schwester Ida wurden am 12. April 1942 nach Warschau deportiert und später ermordet.

John Edelnand fand eine neue Heimat in Luton. Gleich nach der Wiedervereinigung Deutschlands nahm er Kontakt zu seiner Geburtsstadt auf. Als enthusiastischer Rotarier stellte er eine rotarische Freundschaft zwischen seinem Lutoner Club und dem Halberstädter her. 2016 trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Halberstadt ein.

360. Geburtstag von Berend Lehmann

Grabsteine Lehmann und Hirsch

 

Heute (23.04.2021) vor 360 Jahren wurde im Stift Essen Berend Lehmann geboren. Er sollte zu einem der bedeutendsten Hofjuden in Europa werden. In den 1680er Jahren kam er durch Heirat nach Halberstadt. 1730 starb er in Halberstadt und wurde auf dem jüdischen Friedhof Am Roten Strumpf bestattet.

12. April 1942 - Deportation der Halberstädter Juden in die Vernichtungslager

 

Die Steine der Erinnerung führen die Namen und Geburtsdaten all der Jüdinnen und Juden auf, die am 12. April und am 22. November 1942 von Halberstadt aus in die Vernichtungslager deportiert wurden. Darunter sind auch 19 Kinder und Jugendliche. Ihnen war weder die Flucht aus Deutschland mit ihren Eltern, noch die Rettung durch die Kindertransporte nach England oder die Jugend-Aliyah nach Palästina gelungen.

Zu den Kindern, die mittels eines Kindertransports im Sommer 1939 gerettet wurden, gehörte die 1928 geborenen Ruth Lindheimer, verh. Oppenheimer.

Die Familie ihrer Mutter Nanny, die Familie Nathan, war seit Generationen in Halberstadt ansässig. Ruth Oppenheimers Familie handelte in Halberstadt mit Altwaren. Hier besuchte Ruth die jüdische Schule Hascharath Zwi. Ruth Oppenheimer berichtet wie alle Schülerinnen und Schüler, die überlebten, dass sie ab 1933 keine Kontakte mehr zu nicht-jüdischen Kindern hatten, ausgegrenzt und bedroht wurden.

Zum Zeitpunkt der Pogromnacht 1938 war Ruths Vater Hermann Lindheimer auf einer Geschäftsreise in den USA und kehrte wegen der sich verschärfenden politischen Situation nicht nach Deutschland zurück. Von New York aus versuchte er, seine Frau Nanny, Ruth und seine Schwiegermutter Helene Lewin in die USA zu holen. Als die Möglichkeit bestand, Ruth auf jeden Fall mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit zu bringen, wurde die Chance genutzt. Zum Abschied stellte ihre Mutter Nanny Lindheimer für Ruth ein Album mit Familienfotos zusammen. Die ältesten Fotos stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Fotografie aufkam. Gleichzeitig sammelte Ruth in ihrem Poesiealbum Einträge von Verwandten, Lehrerinnen und Lehrern, Freundinnen und Freunden in Halberstadt und Frankfurt/Main, der Heimat ihres Vaters Hermann Lindheimer, und später von Mitschülerinnen in England.

Die Einträge sind vor allem die bis heute typischen Poesiealbumverse, wie

„Drei Engel mögen Dich begleiten
In Deiner ganzen Lebenszeit.
Und die drei Engel, die ich meine,
Sind Glück, Segen und Zufriedenheit.“

das schrieb Ruth Korona, die heute in Buenos Aires lebt.

Die Jungen waren frecher. Max Knopf schrieb:

„Ein Hase saß am Uferrand
Wusch sich die Hände mit nassem Sand.
Mög‘ stets Dein Herz so rein
Wie diese Hasenpfote sein.“

Max Knopf gelang mit seinen vier Geschwistern und den Eltern die Flucht nach England.

Die meisten der Kinder, die sich in Ruths Poesiealbum eingetragen hatten, wurden gerettet. Ihre Namen sind:

  • Walter Beverstein – er wurde mit einem Kindertransport gerettet. (Er verstarb 2013 in Florida.)
  • Marianne Bloch – sie lebt in den USA, ist mit Ruth Oppenheimer in engem Kontakt.
  • Lilly Cohn – sie kam ab 2000 häufig nach Halberstadt. (Sie verstarb im Sommer 2019 in New York.)
  • Sally Edelnand – lebt in Luton bei London. Er ist als Rotarier mit dem Halberstädter Club in Verbindung.
  • Benno Gocman – er konnte mit seinen Eltern nach London fliehen. (Er verstarb 2020.)
  • Helga Heilmann konnte mit ihren Eltern über Schweden und England in die USA fliehen.
  • Max, Erna, Lasar, Sally und Hans Knopf konnten mit ihren Eltern nach England fliehen (Sie sind alle verstorben.)
  • Am 12. April 1942 wurde mit ihren Eltern die fünfzehnjährige Ida Edelnand, die jüngere Schwester von Sally Edelnand, deportiert sowie die gleichaltrige Regina Kowalski mit ihrer Mutter Henny.
  • Ruth Lindheimer, verh. Oppenheimer, wurde in England von der Familie eines Richters und Juraprofessors in Cambridge aufgenommen. Ihrer Mutter Nanny Lindheimer und der Großmutter Helene Lewin gelang die Flucht nicht, obwohl der Lift, d. i. das bewegliche Eigentum, das ausgeführt werden durfte, schon im Hamburger Hafen für den Transport bereitstand. Am 12. April 1942 wurden die beiden Frauen ins Warschauer Ghetto transportiert und in Ausschwitz ermordet.

Ruth Oppenheimer musste bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in England bleiben und konnte erst nach Kriegsende zu ihrem Vater nach New York reisen. Sie betont, dass sie in Cambridge in eine Familie gekommen sei, die sie liebevoll aufgenommen und ihr den Zugang zu Bildung ermöglicht habe. Bis heute stehen Ruth Oppenheimer und die Nachkommen der Gastfamilie in engem Kontakt.

Im vergangenen Jahr war geplant, dass Ruth Oppenheimer noch einmal nach Halberstadt kommen sollte, aber durch die Pandemie war das nicht möglich. Nun hofft und wünscht sie, dass es 2021 mit dem Besuch klappt. Wir wünschen es Ruth Oppenheimer ebenfalls – und uns.

(Aufgrund der Pandemie-Situation kann die Gedenkveranstaltung an den Steinen der Erinnerung dieses Jahr nicht in Präsens stattfinden. Die Halberstädter Bürger sind eingeladen, individuell die Steine Erinnerung zu besuchen und der Opfer zu gedenken.)

Pessach 2021

Backofen Bakenstraße 59
Alter Backofen

2021 beginnt das jüdische Pessachfest am Abend des 27. März und endet am Abend des 4. April. Das Fest erinnert an den Auszug der Juden aus der ägyptischen Sklaverei mit dem Gelobten Land als Ziel. In der biblischen Geschichte mussten die Israeliten Ägypten in großer Eile verlassen und hatten keine Zeit, das Brot mit Hefe zu backen, also zu säuern. Um daran zu erinnern, dürfen zu Pessach nur ungesäuerte Spesen gegessen werden. „Ungesäuertes“ Brot sind Mazzen, die nur aus Mehl und Wasser hergestellt werden, ohne Gärungsmittel. Bei ihrer Herstellung dürfen die Mazzen auf gar keinen Fall mit gesäuertem Brot oder Teig in Berührung kommen.

Die Halberstädter jüdische Gemeinde ließ Ende des 19. Jahrhunderts die Mazzen bei Bäckermeister Schumann, später Jung in der Bakenstr. 59 herstellen. Der zwischen Gemeinde und Bäckermeister 1887 geschlossene Vertrag besagte: § 1 „Bäckermeister Schumann stellt […] seinen Backofen und den ganzen Raum des Gelasses vor demselben, völlig ausgeräumt zur Verfügung. Er sowohl als seine Hausbewohner haben zwar den Durchgang zum Hofe frei, dürfen aber weder Brot noch Mehlstoffe durchtragen. § 2 Bäckermeister Schumann richtet einen, seitens der Gemeinde verschließbaren, gut bedachten Raum auf dem Hofe, mit festliegenden Brettern als Fußboden belegt, für das Mazzesbacken alljährlich in der durch den Vorstand verabredeten Weise ein, welcher Raum im vollsten Zusammenhang mit dem dahinter gelegenen Waschhause sein muß. [...] § 3: Als Vergütung für das Backen, Brennmaterial des Ofens und Stellung eines recht geschickten Mannes zum Backen der Mazzes pp wie alles was dazu gehört, einschließlich Beleuchtung des gesammten Raumes bezahlt der Vorstand [der jüdischen Gemeinde] bei guter ordnungsmäßiger Leistung Mark 5.50. pro Hitze. [...]“ Der Vertrag schließt mit § 4: „Schumann versichert, […] alle diese Leistungen getreulich zu erfüllen.“

Nachruf

Am 19. März 2021 starb nach langer Krankheit Friedrich (Fritz) Lechner im Alter von 82 Jahren.

Fritz Lechner engagierte sich viele Jahre für das jüdische Erbe Halberstadts. In den Anfängen der Moses Mendelssohn Akademie war er einer der ersten Gesprächspartner und begleitete die Arbeit der MMA. Vor einigen Wochen konnten wir ihm noch die Publikation „Koscher, Klaus und Kupfer“ zukommen lassen, die ihm Freude bereitete.

Fritz Lechners freundliche, den Menschen zugewandte Art wird insbesondere den ehemaligen jüdischen Halberstädtern in Erinnerung bleiben.

Offene Jüdische Häuser 2020

Alle Informationen zu den "Offenen Jüdischen Häusern in Halberstadt" finden Sie hier.

Wir haben wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen.

Vom 15. September 2020 bis 16.Mai 2021 sind das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur und die Klaussynogoge für die Öffentlichkeit geschlossen. Während dieser Zeit werden umfangreiche Arbeiten an den Gebäuden stattfinden. Darüber hinaus entsteht eine neue Ausstellung. DenkOrt ist ebenfalls Teil der Baustelle und aus Haftungsgründen leider nicht zugänglich.

 
Das Restaurant | Café Hirsch in der Bakenstraße ist wie gewohnt von Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr geöffnet.

News & Infos

Aktuell sind keine Termine vorhanden.

Wir haben wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen.

Vom 15. September 2020 bis 16.Mai 2021 sind das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur und die Klaussynogoge für die Öffentlichkeit geschlossen. Während dieser Zeit werden umfangreiche Arbeiten an den Gebäuden stattfinden. Darüber hinaus entsteht eine neue Ausstellung. DenkOrt ist ebenfalls Teil der Baustelle und aus Haftungsgründen leider nicht zugänglich.
 
Das Restaurant | Café Hirsch in der Bakenstraße ist wie gewohnt von Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr geöffnet.
 

 

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Happy Hanukkah - Chanukka sameach!

Foto: Werner Cohn beim Zünden der Kerzen zu Chanukka an Heiligabend 1938 in Halberstadt

Foto: Werner Cohn beim Zünden der Kerzen zu Chanukka an Heiligabend 1938 in Halberstadt

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Gedenken an die Pogromnacht 9. November 1938

Die für den 9. November 2020 | 17 Uhr geplante Gedenkveranstaltung an den Steinen der Erinnerung vor dem Halberstädter Dom muss wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Auf der Homepage der Moses Mendelssohn Akademie finden Sie ab dem 9. November  Informationen und Videos über Freundschaften an der jüdischen Schule Halberstadt und das Schicksal zahlreicher Kinder.

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